Bauen mit Stroh: Der Super-Baustoff direkt vom Feld

Porträtfoto von Helen Linder, Finanzierungsberaterin bei Interhypvon Helen Linder, Teamleiterin Finanzierungsberatung

Stroh ist als Nebenprodukt der Landwirtschaft bekannt. Es entsteht in der Regel nach der Ernte des Getreides, wenn die getrockneten Halme als Stroh zurückbleiben. Genau dieses Naturprodukt vom Feld nebenan kann auch als Baustoff verwendet werden. Bereits vor Jahrhunderten wurden Dächer mit Stroh gedämmt und abgedeckt. Stroh kann im Bauwesen als Baustoff und Dämmmaterial eingesetzt werden. Für verschiedene Anwendungen stehen geeignete Konstruktions- und Dämmkonzepte zur Verfügung. Stroh verfügt darüber hinaus über wärmedämmende Eigenschaften.¹


Mit Stroh zu bauen bietet jede Menge Vorteile

  • Umweltschutz: Stroh ist ein erneuerbares, biologisch abbaubares Material, das aus jährlich nachwachsenden Pflanzen gewonnen wird. Während der Photosynthese binden diese CO₂ – durch die Verwertung des Strohs beim Bau bleibt das Kohlendioxid dauerhaft gebunden. Hinzu kommen kurze Transportwege, ein niedriges Transportgewicht und ein geringer Energieaufwand bei der Verarbeitung von Stroh zu Baumaterial.
  • Dämmung: Strohbauwände bieten eine ausgezeichnete Wärme- und Schalldämmung. Dies kann zu reduzierten Energiekosten führen.²
  • Kosten: Stroh ist in der Regel preiswerter als konventionelle Baumaterialien. Ein wertvoller Beitrag, um die Gesamtkosten eines Bauprojekts gering zu halten.
  • Gestaltungsfreiheit: Beim Bau mit Stroh sind verschiedenste gestalterische Konzepte möglich. Stroh ist leicht formbar und eignet sich für eine standardisierte Architektur ebenso wie für ein sehr individuelles Design.
  • Feuerbeständigkeit: Trotz seines organischen Ursprungs bietet Stroh eine überraschend gute Feuerbeständigkeit. Dazu sind eine dichte Pressung und eine entsprechende Verarbeitung notwendig.

Herausforderungen und Lösungsansätze

  • Feuchtigkeitsschutz: Stroh muss vor Feuchtigkeit geschützt werden. Durch eine sorgfältige Planung und Konstruktion werden Schimmel und Fäulnis dauerhaft vermieden.
  • Baurecht: In einigen Regionen gibt es baurechtliche Einschränkungen und Hürden für den Strohbau. Erkundigen Sie sich bei Behörden und Expertinnen sowie Experten vor Ort, welche Regulatorien bei Ihnen gültig sind, bevor Sie ein Haus in Strohbauweise planen.
  • Aufwände: Die Bauzeit für ein Strohhaus variiert je nach Größe des Vorhabens und dem Design des Projekts. In der Regel erfolgt der Bau aber schneller als bei einer konventionellen Herangehensweise, da der Baustoff schnell, ohne weite Transportwege, verfügbar ist.
    Die Kosten für den Bau eines Strohhauses sind oft geringer als bei einem Hausbau mit konventionellen Baustoffen. Anforderungen wie Feuchtigkeitsschutz und spezialisierte Handwerksarbeit können allerdings zu Mehrkosten führen.

Antworten auf Ihre Fragen

Ist ein Strohhaus wirklich feuerfest?

Ja, bei korrekter Verarbeitung und Dichtung weist Stroh eine überraschend hohe Feuerbeständigkeit auf – vergleichbar mit konventionellen Baumaterialien.

Wie lange hält ein Strohhaus?

Wird ein Strohhaus fachgerecht erbaut und anschließend gut gepflegt, hält es in der Regel mehrere Jahrzehnte lang. Einfluss auf die Haltbarkeit haben dabei auch Witterung und Standort: In trockenen Regionen verfügen Strohhäuser über eine höhere Halbwertzeit als an Standorten mit hoher Feuchtigkeit.

Kann ich ein Strohhaus in jeder Klimazone bauen?

Stroh ist als Baustoff in den meisten Klimazonen geeignet. Lassen Sie sich von Expertinnen und Experten beraten, ob ein Strohhaus an Ihrem Standort geeignet ist baurechtlichen Vorschriften dabei zu berücksichtigen sind.

Sind Strohhäuser für Allergikerinnen und Allergiker geeignet?

Ja, Stroh ist ein natürliches und atmungsaktives Material, das ein gesundes Wohnklima fördert und für Allergikerinnen sowie Allergiker geeignet ist. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich eine fachgerechte Verarbeitung.

Ökologisch bauen und nachhaltig leben mir Stroh

Stroh kann im Hausbau als Baustoff und Dämmmaterial eingesetzt werden. Je nach regionaler Verfügbarkeit kann der Rohstoff aus der näheren Umgebung bezogen werden und in unterschiedlichen Bauweisen Anwendung finden.

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Verwendete Quellen

  1. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.: Leitfaden Strohbau – Nachhaltig Bauen und Dämmen mit Stroh(öffnet in neuem Fenster)

  2. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.: Strohgedämmte Gebäude, S. 2, 7, 24 und 25 (PDF)(öffnet in neuem Fenster)